BildungAktionsrat Bildung: Bildungswesen muss krisenfest werden

Aktionsrat Bildung: Bildungswesen muss krisenfest werden

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Wie der Mensch Krisen widersteht, ist bislang nicht Gegenstand des deutschen Bildungswesens. In einer unsicheren Welt dürfe das nicht so bleiben, argumentiert der Aktionsrat Bildung.

München – Deutschlands Bildungswesen vom Kindergarten bis zur Hochschule fehlt es nach Einschätzung des Aktionsrats Bildung an Krisenfestigkeit. In ihrem in München veröffentlichten Jahresgutachten plädieren die Wissenschaftler dafür, sowohl die Institutionen des Bildungswesens als auch Lehrende und Lernende besser auf Krisen vorzubereiten.

So fordert der Aktionsrat detaillierte Notfallpläne für Bildungseinrichtungen, eine bessere IT-Infrastruktur und eine größere Autonomie, damit diese im Zweifelsfall auch ohne Anweisung von oben handlungsfähig bleiben.

Vorsorge und Risikomanagement

„Unsere Gesellschaft hat sich viel zu lange sicher gefühlt, dass Pandemien, Krieg, Angriffe auf Leib und Sicherheit niemals stattfinden würden“, erklärte Dieter Lenzen, ehemaliger Präsident der Universität Hamburg und Vorsitzender des Aktionsrats. „Das war ein gefährlicher Irrtum.“

Für ein zukunftsorientiertes Problem- und Risikomanagement sei eine „vorausschauende Vorsorge für zukünftig denkbare Konflikte und Krisen unabdingbar“, heißt es in dem Papier. Mitglieder des Aktionsrats sind neben Lenzen acht Bildungsforscher verschiedener Universitäten und wissenschaftlicher Institute, finanziert wird das Gremium von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft.

Empfehlungen der Wissenschaftler

Die Wissenschaftler geben Handlungsempfehlungen auf drei Ebenen: nicht nur für die Bildungseinrichtungen und deren Organisation, sondern auch für das Personal sowie die lernenden Kinder, Jugendlichen und Studenten.

Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerschaft und wissenschaftliches Personal sollten nach Einschätzung des Aktionsrats besser auf seelisch belastende Situationen und „Stressoren“ vorbereitet werden, inklusive der Vorbeugung gegen Burnout. Gefördert werden sollten unter anderem „Enthusiasmus, Optimismus, Hoffnung, soziale und emotionale Kompetenzen“.

Was die Kinder, Jugendlichen und Studentenschaft betrifft, so plädieren die Wissenschaftler unter anderem für spezielle Trainings, um psychische Ressourcen wie Achtsamkeit, Motivation, Optimismus und Beharrlichkeit zu fördern. Der Wirtschaftsverband vbw als Auftraggeber will auch die Eltern einbeziehen: „Denn nur wer selbst widerstandsfähig ist, schafft es auch, Kindern diese Fähigkeit vorzuleben und zu vermitteln“, sagte vbw-Präsident Wolfram Hatz. dpa

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